| Atem – Tonus – Ton |
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"Atem – Tonus – Ton" ist ein körperlicher Weg der Stimmentfaltung und wurde von mir im Laufe von vielen Jahren entwickelt. Eine bedeutende Grundlage hierbei ist die Lehre des „Erfahrbaren Atems nach Prof. I. Middendorf“. Der Atem ist die Basis jeder Lebensbewegung. Mit dem Wort Atem ist auch hier die Atembewegung gemeint, die ihren Ansatz im Zwerchfell hat. In einem eutonischen Zustand kann die Atembewegung viel Raum im Körper einnehmen. Der Atemrhythmus verändert sich während der Phonation je nach Aussagegehalt und der Länge der Phrasierung. Jedenfalls fällt die Atempause nach dem Ausatmen weg. Der Tonus ist die elastische Spannung der Muskulatur und wirkt wiederum auf das Atemgeschehen. So wird z.B. die Tonlänge nicht etwa mit der Länge des Ausatems gearbeitet, sondern mit der Erhöhung des Muskeltonus. Der Ton bleibt somit frei von jeglicher Atemführung. Am Ende des Tones wird der unter Umständen entstandene Hypertonus weitgehend aufgelöst, was den kurzen Einatemreflex zur Folge hat. Je nach Tonlage, lokalisiert sich der Tonus in unterschiedliche Regionen des Körpers. Der Tonusaufbau geschieht willkürlich und ist zuständig für die Tonlänge, Tonkraft und Tonhöhe. Damit sich der Ton von der Schwingung der Stimmbänder aus voll entfalten kann, wirkt eine dritte wahrnehmbare Innenbewegung, die Resonanzschwingung. Dies ist eine feine Vibration der Knochen und Knöchelchen mit all den Höhlen, die sie umgeben (Resonanzräume). Resonanzräume fordern innere, seelische Öffnung und die Freigabe des Tones. Sie werden in erster Linie über die Empfindung erarbeitet. Über die Willkür lassen sich die Resonanzräume ungerne aufzerren. Sie bergen Zustände, die ein gewisses Maß an seelischer Bereitschaft brauchen, sich zu äußern. Der Atem trägt und gleicht aus, der Tonus unterstützt den Atem und den Ausdruck. So bleibt der Ton frei und kann sich hin zum individuellen Klang erweitern. Wenn diese drei spürbaren Innenbewegungen gut aufeinander "abgestimmt" sind, erreicht die Schwingung des eigenen Körpers, den des Gegenübers. In der darstellenden Kunst aber auch in jeder Form der direkten Kommunikation überzeugt diese innere Freiheit von einer authentischen Persönlichkeit. |